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Fallbeispiel

Problem & Ausgangssituation

Ein international tätiges Unternehmen aus der Baubranche, hatte in den letzten Jahren mehrere Korruptionsfälle im eigenen Haus zu beklagen. Ein Vorfall wurde auch von den Medien aufgegriffen und führte zu einem deutlich spürbaren Reputationsverlust. Die Staatsanwaltschaft führte mehrere Durchsuchungen in Geschäftsstellen und privaten Räumlichkeiten von Mitarbeitern durch. Mehrere Mitarbeiter wurden rechtskräftig verurteilt und ein Geschäftsführer musste im Zuge der Vorkommnisse das Unternehmen verlassen.  Das Unternehmen wurde daraufhin bei mehreren Ausschreibungen ausgeschlossen.

Im Anschluss daran beauftragte die Geschäftsleitung Corporate Trust, unternehmensweite Compliancerichtlinien  zu erstellen und bei der Einführung zu unterstützen.

Analyse & Feststellung

Bei der Untersuchung der aufgedeckten Korruptionsfälle zeigte sich deutlich, dass in Bereichen, in denen über eine sehr lange Zeit die gleichen Personen tätig waren, die Korruptionswahrscheinlichkeit am größten war. Darüber hinaus gab es keine allgemein gültigen Richtlinien an denen sich Mitarbeiter orientieren konnten. Jeder Bereich hatte seine “eigene Philosophie“, wie man mit Kunden, Lieferanten und Subunternehmern umgeht. Besonders Verantwortlichen, die Projekte im Ausland betreuten, gab man absolut freie Hand, solange die Zahlen stimmten.

Handlung & Erfolg

In Workshops mit den Bereichsverantwortlichen und dem Management wurde ein Verhaltenskodex für die Mitarbeiter erarbeitet. Dabei wurden auch die Einkaufs- und Vergaberichtlinien überprüft sowie die Geschenke- und Bewirtungsrichtlinien neu definiert.

Alle Mitarbeiter wurden entweder durch ein interaktives Online-Trainingsprogramm oder durch direkte Schulungsmaßnahmen mit den neuen Richtlinien vertraut gemacht. Besonders gefährdete Bereiche erhielten zusätzlich ein Verhaltenstraining zur Vermeidung von Korruption. Jeder Mitarbeiter bestätigt ein Mal im Jahr, über die Compliancerichtlinien belehrt worden zu sein. Ein Compliancebeauftragter wurde ernannt, der als Anlaufstelle bei unklaren Sachverhalten dient. Darüber hinaus wurde eine externe Whistleblowing-Hotline (Ombudsmannstelle) für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten eingerichtet. In ausgewählten Bereichen wurde ein Job-Rotation Programm und ein Vier-Augen-Prinzip eingeführt. Durch eine abgestimmte Kommunikation wurden die durchgeführten Maßnahmen intern sowie extern bekannt gemacht.

Seit Einführung der Maßnahmen wurde kein Fall von Korruption mehr bekannt. Die Reputation des Unternehmens konnte dadurch ebenfalls kontinuierlich gesteigert werden und es gab keine Ausschlüsse von Ausschreibungen mehr.

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