Startseite > Portfolio > Wir schützen Sie vor > Wirtschaftskriminalität > Fallbeispiel
Fallbeispiel

Problem & Ausgangssituation

Der Revisionsleiter eines Hamburger Unternehmens für Opto-Elektronik erhält von einem Mitarbeiter den vertraulichen Hinweis, dass auf der Internetplattform eBay von einem Verkäufer Waren angeboten werden, die so spezifisch sind, dass sie eigentlich nur aus der eigenen Produktion stammen könnten. Die Produktionsstätten des Unternehmens befinden sich neben Hamburg auch in Sachsen und Polen. Ihre Waren vertreiben sie ausschließlich an große Distributoren. Der Verkauf direkt an den Einzelhandel oder über Internet-Plattformen ist aus geschäftspolitischen Gründen untersagt. Eine nähere Überprüfung ergibt, dass der Anbieter bei eBay bereits seit zwei Jahren immer wieder ähnliche Produkte eingestellt und bereits ca. 4.000 Artikel zu relativ günstigen Preisen verkauft hat.

Corporate Trust wurde mit der Aufklärung des Sachverhalts beauftragt.

Analyse & Feststellung

Die Recherchen von Corporate Trust ergaben, dass hinter dem eBay-Account eine junge Frau aus Leipzig steckte. Den näheren Ermittlungen zufolge war sie die Schwester eines Mitarbeiters der Produktionsstätte in Sachsen, der mit der Qualitätskontrolle beauftragt war. Das Unternehmen hat hohe Ansprüche, daher wurden sämtliche Produkte vor dem Verlassen des Werkes einer Endfertigungskontrolle unterzogen und regelmäßig Teile mit kleinen Mängeln ausgesondert. Die Mitarbeiter waren angewiesen, schadhafte Geräte nicht in den Verkauf gelangen zu lassen sondern zu vernichten. Zu hoch wäre das Risiko eines Reputationsschadens durch eine „vermeintlich“ schlechte Qualität eines Produktes.

Handlung & Erfolg

Corporate Trust führte drei „Testkäufe“ mithilfe eines unverdächtigen eBay-Accounts bei der Anbieterin durch.  Hierbei wurde festgestellt, dass es sich bei allen Artikeln um ausgesonderte Geräte des Opto-Elektronik-Unternehmens handelte, die eigentlich nicht in Verkehr hätten gelangen dürfen. Aufgrund der Tatsache, dass die Anbieterin bereits ca. 4.000 Teile verkauft hatte, wurde auch ermittelt, ob weitere Mitarbeiter in die Unterschlagung dieser Geräte involviert waren. Es stellte sich heraus, dass auch der Leiter Qualitätsmanagement am Standort in Leipzig beteiligt war und die Listen der ausgesonderten Teile entsprechend frisierte. Sie hatten sich den Gewinn, zusammen mit der Schwester des Mitarbeiters, geteilt. Nachdem sich der Leiter Revision nun sicher war, erstattete er Anzeige gegen beide Mitarbeiter und die Schwester.

Um einen Reputationsschaden für das Unternehmen abzuwehren, wurde durch die Experten für Krisenkommunikation eine entsprechende Pressemeldung vorbereitet, falls der Vorfall öffentlich geworden wäre. Außerdem wurde allen eBay-Käufern der Schwester angeboten, die erhaltenen Geräte auf Kosten des Hamburger Unternehmens gegen neue Ware auszutauschen.

Interessantes